07/08/2018

Arbeit bei Feuer und Sommerhitze - Wie können Feuerwehrleute Gesundheitsrisiken mindern?

Arbeiten in großer Hitze ist für Feuerwehrleute Teil ihres Alltags. Trotzdem
birgt die aktuelle Sommerhitze auch für sie zusätzliche Gefahren. Ein
körperlich anstrengender Einsatz in mehrlagiger Schutzkleidung treibt den
Schweiß und führt schnell zu extremem Flüssigkeitsverlust. Wie kann man solchen
Gesundheitsrisiken begegnen und den Hitzestress reduzieren? Die gesetzliche
Unfallversicherung und der Deutsche Feuerwehrverband geben Hinweise, wie die
Gesundheitsrisiken beim Feuerwehreinsatz in großer Hitze gemindert werden
können.

"Bei Temperaturen über 30 Grad kann es gerade bei großer körperlicher
Anstrengung zum Beispiel zu einer Hitzeerschöpfung oder gar einem Hitzschlag
kommen", warnt Tim Pelzl, Leiter des Fachbereichs "Feuerwehren,
Hilfeleistungen, Brandschutz" der DGUV: Auch die hohe Ozonbelastung kann zu
gesundheitlichen Problemen führen. "Die verantwortlichen Führungskräfte müssen
all diese Faktoren momentan bei der Einsatzvorbereitung und -durchführung
beachten", sagt Klaus Friedrich, Bundesfeuerwehrarzt des Deutschen
Feuerwehrverbandes (DFV). "Treten Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit,
Bewusstseinsveränderungen oder Krampfanfälle auf, sollte medizinische Hilfe
angefordert werden.
"

Zwar können Feuerwehrleute die Arbeit bei großer Hitze nicht vermeiden, aber
mit einigen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich die Risiken zumindest mindern:


Achten Sie bei allen Einsätzen auf einen konsequenten Sonnenschutz. Kopf und
Körper sollten bedeckt sein, die Augen eventuell mit einer Sonnenbrille
geschützt. Machen Sie wann immer möglich Pausen im Schatten.

Grundsätzlich sollten körperliche Belastungen reduziert werden. Halten Sie
Einsatzübungen deshalb kurz, verschieben Sie Tätigkeiten, die nicht unbedingt
notwendig sind, auf kühlere Tageszeiten. Von sportlichen Aktivitäten ist
abzuraten.

Es ist wichtig, auf eine großzügige Flüssigkeitszufuhr zu achten. Die tägliche
Trinkmenge sollte bei gesunden Einsatzkräften mindestens drei Liter betragen.
Die Getränke sollten in kleinen Portionen, aber dafür kontinuierlich
eingenommen werden. Nach einem Einsatz mit Pressluftatmern (PA) oder
Chemikalienschutzanzügen (CSA) sollte die Trinkmenge um weitere 1,5 Liter
aufgestockt werden. Nicht vergessen: Bereits im Einsatzfahrzeug und an der
Einsatzstelle müssen ausreichend Getränke bereitstehen.

Nutzen Sie jede Möglichkeit zum Abkühlen - auch den Sprühstrahl des
Löschfahrzeugs.

Die Einsätze sollten so geplant werden, dass nicht ein Feuerwehrmann oder eine
Feuerwehrfrau mehrere anstrengende Einsätze, zum Beispiel mit
umluftunabhängigem Atemschutz, hintereinander absolvieren muss. Das heißt:
Rechtzeitig an Ablösungen denken und nachalarmieren.

Mehrlagige Einsatzkleidung zur Gebäudebrandbekämpfung, zum Beispiel nach DIN EN
469 bzw. HUPF Teil 1 und 4, belasten die Einsatzkräfte bei der Hitze extrem.
Wann immer es taktisch und sicherheitstechnisch möglich ist, sollte auf
leichtere, weniger isolierende Einsatzkleidung ausgewichen werden. Zum Beispiel
bei der technischen Hilfeleistung oder der Brandbekämpfung im Freien.

Weitere Hinweise zu akuten Hitzeerkrankungen herunterladen oder bestellen


AplusA-online.de - Quelle:
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)