17.07.2018

App zum Selbstcheck der Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen

Mit der App BGNCHECK hat die SRH Hochschule Heidelberg in Zusammenarbeit mit
der BGN und dem ASD ein Tool entwickelt, das Betrieben einen Selbstcheck der
Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen ermöglicht. Die Optimierungstipps
richten sich in erster Linie an die BGN-Betriebe, können aber auch von allen
anderen Unternehmen genutzt werden.

"Im Betrieb wird Arbeitssicherheit gelebt." Stimmen Sie voll und ganz zu, eher,
eher nicht oder überhaupt nicht? In acht Themenkomplexen von der Wahrnehmung
der Arbeitssicherheit und Gesundheit im Betrieb über die Kommunikation bis hin
zur sozialen Unterstützung durch die Führungskraft wertet eine neue App die
individuelle Sicherheitslage im Betrieb aus und gibt Tipps für eine bessere
Gestaltung im Arbeitsalltag. Gesundheits- und Wirtschaftspsychologen der SRH
Hochschule Heidelberg haben die App im Auftrag der Berufsgenossenschaft
Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) entwickelt.

Wie schnell ist es geschehen: Ein Mitarbeiter kommt ins Stolpern, rutscht oder
stürzt. Aber auch das Hantieren mit Messern oder Werkzeugen zählt zu den
häufigsten Arbeitsunfällen. Zwar haben die wirtschaftlichen, technischen und
medizinischen Fortschritte insgesamt für einen Rückgang der Arbeits- und
Wegeunfälle gesorgt, doch die veränderten Belastungen im Berufsalltag bedingen
heute neue Ansätze zur Prävention. Ein wichtiges Thema für die BGN und den
ASD*BGN (Arbeitsmedizinischer und Sicherheitstechnischer Dienst der
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe): "Deshalb haben wir einen
Partner gesucht, der dieses Thema proaktiv und wissenschaftlich mit uns
angeht", sagt Gerhard Blatt, Projektleiter der Studie "Präventionskultur 360°"
und Leiter des ASD*BGN.

Prof. Dr. Ralf Brinkmann, Studiengangsleiter Psychologie (M.Sc.), hat mit dem
Forschungsprojekt einen Ansatz geschaffen, der Unternehmer, Führungskräfte,
Sicherheits- und Gesundheitsexperten sowie Beschäftigte aus verschiedenen
Branchen in ein Boot holt. "Uns war wichtig, die Expertensicht und die
Kundenperspektive zusammen zu bringen", sagt er. "Nur so können wir die
organisationskulturellen Einflussfaktoren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
in den Unternehmen genauer eingrenzen." Ziel des Projektes war es, ein Tool zu
entwickeln, das es ermöglicht, den Stand der Präventionskultur in einem
Unternehmen festzustellen.

Dazu befragten die Wissenschaftler 60 Führungskräfte, 30 Beschäftigte und 50
Sicherheits- und Gesundheitsexperten. "Auffällig war, dass Arbeitssicherheit
grundsätzlich einen höheren Stellenwert als das Thema Gesundheit hatte",
äußerte sich Brinkmann zu den Ergebnissen. Dazu verzeichneten die Großbetriebe
einen besseren Gesamtwert zur Präventionskultur als Kleinbetriebe, bedingt auch
durch die unterschiedlichen finanziellen und personellen Ressourcen in den
Unternehmen. "Die Ergebnisse werden wir einsetzen, um zukünftig Führungskräfte
noch gezielter für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren. Denn sie haben bei der
Prävention eine große Vorbildrolle", schließt Blatt aus dem nun erfolgreich
abgeschlossenen Forschungsprojekt.

zur App BGNCHECK


AplusA-online.de - Quelle: SRH Hochschule Heidelberg