26.01.2018

Überwachungsaktion der Arbeitsschutzverwaltung NRW - Ergebnis der Kontrollen von "Herzkatheter-Arbeitsplätzen

Wie gut sind Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzte
und medizinische Assistenzkräfte vor Strahlenbelastungen bei Herzkatheter-Untersuchungen
geschützt? Der staatliche Arbeitsschutz hat im Rahmen einer Überwachungsaktion
rund 140 Praxen, Kliniken und Labore überprüft. Das Ergebnis der Kontrollen
stellt nicht zufrieden.


Es wurden zwar keine gravierenden Fehler entdeckt, die Prüfenden stießen aber
in fast allen Einrichtungen auf Mängel. "Die hohe Anzahl der gefundenen Mängel
zeigt mir, dass die Kontrolle der Herzkatheter-Arbeitsplätze überfällig war.
Bei derartigen Untersuchungen oder Eingriffen müssen die Strahlenbelastungen
für die Patienten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gering wie
möglich sein. Das medizinische Personal entsprechend aus- und weiterzubilden,
trägt ganz wesentlich dazu bei", sagte Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit,
Gesundheit und Soziales.

Im Rahmen der Überwachungsaktion hat der Arbeitsschutz in 141 Einrichtungen mit
insgesamt 265 Herzkatheter-Arbeitsplätzen kontrolliert, ob die gesetzlichen
Vorgaben bei der Anwendung von Röntgenstrahlen eingehalten werden. Auf der
Prüfliste standen: die Fachkunde der Beschäftigten, die durchzuführende
Sachverständigenprüfung an den Röntgengeräten, die Gefährdungsbeurteilung sowie
die Unterweisung und Schutzausrüstung der Beschäftigten.

In 137 Einrichtungen wurden Mängel gefunden. In rund jedem zweiten Fall (71
Einrichtungen) entdeckten die Prüfenden sogar gleich zehn Mängel und mehr. Bei
den Kontrollen wurden zwar keine gravierenden Mängel festgestellt, die eine
sofortige Stilllegung von Röntgengeräten erfordert hätten. Allerdings musste in
acht Fällen die Nutzung von Geräten durch externe Mitbetreiber untersagt
werden, weil diese nicht die dafür erforderliche Genehmigung besaßen.

Besondere Auffälligkeit: Rund ein Drittel der Mängel bezog sich auf das Thema
Fachkunde. So konnten Kardiologinnen und Kardiologen nicht den Nachweis über
die erforderliche Fachkunde vorlegen, sondern lediglich einen Nachweis über die
Fachkunde für die "Notfalldiagnostik". Die Fachkunde ist im Strahlenschutz von
besonderer Bedeutung, da sie für das Fach- und Praxiswissen der jeweiligen
Person im Bereich der Anwendung von Röntgenstrahlen steht. Die Fachkunde
"Notfalldiagnostik" gehört im medizinischen Bereich zur niedrigsten Gruppe und
ist für einen Herzkatheter-Arbeitsplatz nicht ausreichend.

Im Rahmen der Überwachungsaktion wurden insgesamt 50 Verfahren eingeleitet: von
Verwarnungen mit bis zu 55 Euro Verwarnungsgeld bis hin zu Bußgeldverfahren mit
bis zu 5.000 Euro Bußgeld.

AplusA-online.de - Quelle: Landesinstitut für Arbeitsgestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen (LIA.nrw)