Weltkrebstag: Neuer Bericht hebt Möglichkeiten zur Verbesserung der Vorbeugung arbeitsbedingter Krebserkrankungen hervor

Am alljährlich im Februar stattfindenden Weltkrebstag steht der Kampf gegen Krebs weltweit im Vordergrund. Ein Bericht zu arbeitsbedingten Krebserkrankungen der EU-OSHA befasst sich mit diesem Thema und evaluiert die derzeitigen Bewertungsmethoden.

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Im Mittelpunkt des diesjährigen Weltkrebstages stehen die Erkennung, Behandlung und Betreuung. Der Bericht der EU-OSHA enthält Empfehlungen dazu, wie bestehende Wissenslücken geschlossen werden können. Dies ist eine zentrale Aufgabe, wenn die Erkennung und Vorbeugung arbeitsbedingter Krebserkrankungen verbessert werden sollen. Der Schwerpunkt des Berichts liegt auf der Bewertung von Karzinogenen und arbeitsbedingten Krebserkrankungen. Dabei werden folgende Ziele verfolgt:
- Karzinogene und krebserregende Bedingungen am Arbeitsplatz beschreiben;
- Informationsquellen evaluieren und Wissenslücken ermitteln;
- Empfehlungen dazu abgeben, wie diese Lücken geschlossen werden können;
- Präventionsmaßnahmen beschreiben.

Die Direktorin der EU-OSHA Dr. Christa Sedlatschek weist auf die Bedeutung dieser Veröffentlichung hin: „Dieser Bericht bietet praktische Empfehlungen, um unser Wissen über arbeitsbedingte Krebserkrankungen weiter auszubauen. Wenngleich die Krebsforschung in der jüngsten Vergangenheit beträchtliche Fortschritte erzielt hat, ist das Bewusstsein für Risiken arbeitsbedingter Krebserkrankungen weiterhin gering. Daher ist es entscheidend, dass das Bewusstsein für und das Wissen über diese Risiken verbessert werden. Dieser Bericht ist der erste Schritt in diese Richtung.“

Der Bericht untersucht chemische, biologische, organisatorische und physische Faktoren, die zu arbeitsbedingten Krebserkrankungen beitragen. Darüber hinaus wird die Notwendigkeit betont, die aktuelle Arbeitsumgebung zu berücksichtigen, die durch die vermehrte Vergabe von Unteraufträgen, befristete Beschäftigungsverhältnisse, Mehrfachbeschäftigung, statische Arbeit, Beschäftigung von Frauen in Berufen mit starker Exposition, atypische Arbeitszeiten und Mehrfachexpositionen gekennzeichnet ist.

Ein weiteres Thema des Berichts sind Gruppen, die besonders krebsgefährdet sind (z. B. junge Menschen, Frauen, Personen, die hohen Expositionen ausgesetzt sind oder unter gefährlichen Bedingungen arbeiten).

Eine wesentliche Erkenntnis des Berichts ist die Notwendigkeit, die Wissensgrundlage zu berufsbedingten Krebserkrankungen auszubauen. Dafür werden verschiedene zentrale Möglichkeiten ermittelt, einschließlich des Informationsaustauschs auf internationaler Ebene und der Berücksichtigung neuer und aufkommender Risiken wie Nanomaterialien, endokrin wirksame Substanzen sowie Schicht- und Nachtarbeit.

Der Bericht liefert einen Überblick über mögliche Lösungen, betont aber auch, dass die wirksamste Maßnahme die Vermeidung der Exposition ist. Um dies zu erreichen, sind Anstrengungen auf allen Ebenen notwendig, d. h. in der Gesetzgebung, aber auch in den Bereichen Sensibilisierung, Spezifikationen von Präventionsmaßnahmen, verbesserte Umsetzung und Durchsetzung sowie Abbau der Hindernisse bei der Beantragung von Entschädigungen.