Schöne schlaue Arbeitswelt

Eine Ausstellung zu Ambient Intelligence

Foto: DASA / Wahlbrink

Socken, die sich selber sortieren und ein Handschuh, der weiß, wenn es giftig wird: Intelligente Kleidung hat es in sich. (Foto: DASA/Wahlbrink)

Denkende Büros, schlaue Schutzkleidung oder helfende Datenbrillen. Das ist längst kein Stoff mehr für Science Fiction-Filme. Kleinste vernetzte Technologie umgibt uns im Alltag bereits überall. Sie unterstützt uns selbstständig – versteckt und unbemerkt in Gegenständen oder Räumen. Welche Möglichkeiten sich durch die unsichtbaren Helfer ergeben, wie die Forschung zu neuester Technik aussieht und ob Technik überhaupt „intelligent“ sein kann, zeigt die neue Schau „Schöne schlaue Arbeitswelt. Eine Ausstellung zu Ambient Intelligence“ der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund. Sie präsentiert in fünf Bereichen von der Kleidung bis zur Datenbrille in der Zeit vom 11. September bis 23. November 2014, was intelligente Technik alles leistet.

Noch ist die vollständige intelligente Umgebung, man spricht von „Ambient Intelligence“, eine Vision. Doch an ihrer Verwirklichung arbeiten derzeit Forschungsinstitutionen in aller Welt. Ob sich von Geisterhand bewegende Rollläden, Autos ohne Fahrer oder einkaufende Kühlschränke: Unsere Umgebung lernt, zunehmend vernetzt und eigenständig zu „denken“.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersucht die Auswirkungen derartiger Technologien auf den Menschen und seine Arbeit. So schillernd es sein mag, via Datenbrille die gesamte Welt buchstäblich im Auge zu haben, so wenig erforscht sind die gesundheitlichen Aspekte. Zu diesem Zweck ermittelt die BAuA Belastungen in nachgestellten Arbeitssituationen. Die Wissenschaftler untersuchen, in welchen Arbeitsbereichen der Einsatz intelligenter Technologien sinnvoll ist und welche körperlichen und geistigen Folgen entstehen können. Auch Herausforderungen, etwa in punkto Datenschutz, stehen auf dem Prüfstand.

Als Teil der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat die DASA nun den Stand der Dinge zur Ausstellung gebracht. Auf knapp 300 Quadratmetern Fläche erkunden die Besucher futuristische Würfel, die es in sich haben. Die Kuben stellen die verschiedenen Einsatzgebiete der Ambient Intelligence vor. Für eine schlaue Atmosphäre sorgen Lampen, die miteinander „reden“ können.

Dabei geht es etwa um technische Voraussetzungen und Funktionsweisen von „intelligenter“ Kleidung: der clevere Handschuh, der im Labor Leben rettet, der Sauerstoff messende Feuerwehranzug oder der Gürtel, der seinen Träger auf einen krummen Rücken aufmerksam macht. Was es mit digitaler Ergonomie auf sich hat und wie Licht das Wohlbefinden am Schreibtisch beeinflusst, stellt die in Teilen interaktive Ausstellung vor. Spielerisch können die Besucher mit der Sensor-Kamera virtuelle Welten erleben. Oder sie erfahren, ob Datenbrillen die Arbeit erleichtern – und können es in der DASA gleich selbst ausprobieren.

Interessierte Gruppen und Schulklassen ab Jahrgangsstufe 8 können sich in 60 Minuten der intelligenten Technik in der DASA nähern: In einer kombinierten Führung durch die „Schöne schlaue Arbeitswelt“ sowie die DASA erleben sie die Arbeit mit dem High Tech Gabelstapler, eine virtuelle Fabrik und einen sprechenden Roboter. Zwei Experten-Vorträge zum Thema ergänzen das Programm.

Stationen der Ausstellung

Einführung
Von wegen Science Fiction: Es gibt intelligente Systeme, die bereits heute in Räumen
oder Gegenständen eingebettet sind und ohne Aufforderung „handeln“. Einen kleinen Rückblick auf historische Arbeitsschutzforschung gibt es auch.

Intelligente Kleidung
Ein Schutzanzug, der die Körpertemperatur misst, Sensoren im T-Shirt, die Alarm schlagen: Alles möglich – aber was bedeutet das für die Arbeitswelt?

Datenbrillen
Informationen immer im Auge behalten: Kleine, am Kopf getragene Displays zeigen Emails oder Filme, Gebrauchsanweisungen oder Wegbeschreibungen. Zu welchem Preis – das entscheiden wir alle.

Digitale Ergonomie
Eintauchen in virtuelle Welten sind nicht nur Spielereien. Komplexe Arbeitsprozesse kann man in künstlicher Umgebung besser planen. Körperdaten des Menschen werden vermessen und in die Computerumgebung übertragen. Arbeitsplätze passen sich so individuell an eine Person und ihren Körper an.

Intelligente Beleuchtung
Licht verändert nicht nur die Stimmung – es hilft auch, besser zu arbeiten. Wie das Austricksen der inneren Uhr uns beeinflusst, zeigt diese Station.

Interaktives und Bewegtes
•Filmausschnitte mit Forschern der BAuA und Science-Fiction-Klassiker
•Besucher bauen ein Objekt zusammen. Die Anweisungen dafür erhalten sie mit einer Datenbrille vor Augen.
•Der Besucher „malt“ mit Armen und Beinen eine Figur, die der Computerspeichert und durch die er im weiteren Verlauf schlüpfen muss.

Die Ausstellung „Schöne schlaue Arbeitswelt“ ist noch bis zum 23. November 2014 in der DASA zu sehen. Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist im DASA-Eintritt (Standard: 5 EUR) inbegriffen. Für Führungen ist eine Anmeldung beim DASA Besucherservice unter der Rufnummer 0231 9071 2645 oder per E-Mail (besucherdienst-dasa@baua.bund.de) erforderlich.