Rauchmelder retten leben

Anforderungen an die Lebensretter optimiert

Rauchmelder-Prüfung in den Kölner VdS-Laboratorien

2012 starben in Deutschland 384 Menschen durch Brände. // Kostengünstige Rauchwarnmelder können hunderte Leben retten. // Aufgrund unzureichender Anforderungen in den EN 14604 haben VdS und die vfdb gemeinsam die Vorgaben für die kleinen Lebensretter optimiert.

Alle drei Minuten werden deutsche Feuerwehren zu einem Einsatz gerufen. Eine Hauptgefahrenquelle für Brände in Privatwohnungen sind nicht, wie oft angenommen, nur Kerzen oder Kaminöfen, sondern vor allem die überall vorhandene Elektrik. In jedem Fernseher im Standby-Modus und selbst in jeder Steckdose kann es wegen Defekten oder altersschwachen Teilen zu einem Schwelbrand kommen. Ein einziges Kilo Kunststoff bildet schnell bis zu 2.500 Kubikmeter hochgiftigen Rauch – was eine ganze Wohnung füllt. Dann führen schon drei Atemzüge zu Bewusstlosigkeit, zwei Minuten im Rauch sind bereits tödlich.

„Die größte Gefahr bei Bränden ist nicht unmittelbar Feuer, sondern der sehr viel schneller vordringende, hochgiftige Rauch“, bestätigt Christoph Haupt, Prüf-Experte für Rauchwarnmelder bei VdS, Europas größtem Institut für Brandschutz. „Über 90 % der Brandtoten in Deutschland sterben an einer Rauchvergiftung, meist nachts im Schlaf. Deswegen sind Rauchwarnmelder, die für wenig Geld zu haben und kinderleicht zu installieren sind, enorm wichtige Lebensretter.“

Statistiken belegen die Wirksamkeit der handtellergroßen Geräte: Noch in den Neunzigern starben in Deutschland jedes Jahr fast 1.000 Menschen durch Brände. Dass diese Zahl mit aktuell 384 Toten (2012) deutlich niedriger liegt, verdanken wir vor allem der immer stärkeren Verbreitung von Rauchmeldern. „Entscheidend ist natürlich die Qualität der kleinen Lebensretter“, betont Haupt. Prüferfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass nach den harmonisierten europäischen Normen EN 14604 zertifizierte Melder jedoch nicht immer den erforderlichen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Sowohl Batterielebensdauer als auch Fertigungsqualität und die wichtige Widerstandsfähigkeit gegenüber externen Beeinträchtigungen entsprechen oft nicht der enormen Bedeutung dieser lebensrettenden Technik.

VdS hat deshalb bereits im Jahr 2009 ein praxisgerechtes Anforderungsprofil entwickelt, das in die entsprechende Europanorm überführt werden sollte. Da sich Norm-Überarbeitungen bekanntlich über Jahre erstrecken, hat VdS die wichtigen Zusatzanforderungen an die Ausführungsqualität und Zuverlässigkeit der Melder gemeinsam mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) umgesetzt. Haupt betont. „Wir freuen uns, die Hersteller mit gewohnt präzisen Vorgaben für die zuverlässige Rettung von Menschenleben unterstützen zu können.“

Die ergänzenden Anforderungen stehen Ihnen als vfdb-Richtlinien 14/01 und – inhaltlich gleichlautend – als VdS-Richtlinien 3131 zur Verfügung. Damit Hersteller bereits anerkannter Produkte sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen können, wurde eine Übergangszeit bis zum 31.03.2015 eingeräumt.