25.04.2017

Putzen ohne Stürzen und Rutschen

Wer meint, Rutsch- und Sturzunfälle seien vor allem Winterthema, irrt. Auch das
übrige Jahr bietet entsprechende Situationen: zum Beispiel den Frühjahrsputz
oder andere Reinigungsarbeiten - zu Hause oder im Beruf. Rutsch- und
Sturzunfälle haben meist unspektakuläre Ursachen, aber manchmal schwerwiegende
Folgen wie etwa Knochenbrüche oder innere Verletzungen. Die
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt
deshalb
Tipps für ein unfallfreies Reinemachen.


Sturzgefahren klein halten
Mit dem aufrechten Gang wurde dem Menschen leider das Stürzen und Stolpern
mitgegeben. Aber das Unfall- und Verletzungsrisiko lässt sich mit ein paar
einfachen Regeln deutlich reduzieren. Die erste lautet: möglichst am Boden
bleiben. Wer höher steht, fällt tiefer. So mancher Schmutz in der Höhe lässt
sich auch von unten beseitigen - etwa mit einem langstieligen Staubwedel oder
einem vollständig ausgezogenen Staubsaugerrohr.
Wo das nicht funktioniert, sind sichere Leitern und Tritte unverzichtbar. "Wer
zum Beispiel die Schränke von oben wischen, Lampenschirme putzen oder Gardinen
ab- und wieder aufhängen möchte, sollte auf gar keinen Fall auf Tische, Stühle,
Kisten, Schränke oder Fensterbänke steigen", warnt Werner Reick,
Präventionsexperte der BGW. "Improvisieren wird hier schnell gefährlich."
Für viele Reinigungsarbeiten im Haushalt beispielsweise eignen sich
Stufen-Stehleitern mit Plattform. Durch ihre Stufen und ihren Querbügel am
oberen Ende bieten sie relativ guten Halt. "Vorausgesetzt, sie sind lang
genug", fügt Reick hinzu. "Denn wer sich oben auf der Leiter recken und
strecken muss, kommt leicht ins Wanken. Und selbst Stehleitern fallen um, wenn
man den Schwerpunkt zu weit verlagert."
Rutschpartien vorbeugen
Wichtig ist auch das richtige Schuhwerk beim Putzen: Clogs oder Hausschuhe
geben keinen guten Halt. Besser sind rundum geschlossene Schuhe mit Schnür-
oder Klettverschluss und profilierter Sohle.
Nicht zu vergessen: Nass gewischte Böden dürfen auch für Unbeteiligte nicht zur
Falle werden. In der Wohnung reicht es, den anderen Anwesenden Bescheid zu
sagen. Wo mehr Menschen aus- und eingehen, empfiehlt es sich, an der jeweiligen
Putzstelle Warnschilder aufzustellen.
Stolperfallen vermeiden
Zu den typischen Unfallquellen rund ums Reinemachen zählen ferner
Stolperfallen. Quer durch den Raum gespannte Staubsaugerkabel, zur Reinigung
zusammengestellte Kleinmöbel oder auf Treppen abgelegte Gegenstände haben schon
so manchen Knochenbruch verursacht. "Hier ist doppelte Aufmerksamkeit gefragt",
so Reick. "Zum einen, um solche Stolperfallen möglichst zu vermeiden - zum
anderen, um in vorhandene nicht hineinzutappen."
Gleichzeitig bietet der Frühjahrsputz Gelegenheit, Stolperfallen aufzuspüren
und zu beseitigen - zum Beispiel Gegenstände, die sich über den Winter in Ecken
und Durchgängen angesammelt haben. Auch draußen ist nach dem Winter Zeit zum
Aufräumen: Laub- und Streugutreste wegfegen, unebene Gehwegplatten begradigen -
das trägt ebenfalls zu einem rutsch- und sturzfreien Frühjahr bei.

AplusA-online.de - Quelle: Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)