A+A-Schwerpunktthema: Mobbing am Arbeitsplatz

Es sind erschreckende Zahlen: Jeder dritte Erwachsene wird gemobbt – Frauen deutlich häufiger als Männer. Die Folgen sind schlimm: Die Opfer leiden unter Depressionen und denken manchmal sogar an Selbstmord. Die Gefahr durch Mobbing und Cyber-Mobbing steigt. Die Täter sehen ihr Handeln oft gar nicht als schwerwiegend an – sie geben an, oft nur aus Spaß zu handeln, ohne tatsächlichen Beweggrund.

Wir haben im Folgenden einige Links und Downloads zusammengestellt, die sowohl Mobbing-Opfern als auch Unternehmern helfen, mit Mobbing umzugehen bzw. Mobbing im Unternehmen präventiv zu verhindern. Unter anderem finden Sie Studien zu Mobbing, Hilfe-Broschüren für Mobbing-Opfer und konkrete Anleitungen, was Sie als Mobbing-Betroffene tun können.

Jeder dritte Erwachsene wird Opfer von Mobbing
Wie eine Studie ergab, wird jeder dritte Erwachsene gemobbt. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. Die Opfer leiden unter Depressionen und denken manchmal sogar an Suizid. Wie FOCUS unter Berufung auf eine Studie des "Bündnisses gegen Cybermobbing" meldet, sind Angriffe am Arbeitsplatz oder im Internet schon lange keine Seltenheit mehr. Die Ursachen sind nach Ansicht der Opfer häufig in starren Hierarchien oder Neid begründet. Die Täter sehen ihr Handeln oft gar nicht als schwerwiegend an, sie geben an, oft nur aus Spaß zu handeln, ohne tatsächlichen Beweggrund. Mehr Informationen in einem FOCUS Online-Artikel.
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Mobbing am Arbeitsplatz – Die Psychofalle
Wenn Sie von Mobbing betroffen sind, sollten Sie sich nicht in die Rolle des Opfers fügen, sondern rechtzeitig aktiv werden. Denn darüber hinweg zu sehen, führt meist noch zu einer Verschlechterung der Situation, denn die Kollegen fühlen sich dann in ihrem Verhalten bestätigt. Gehen Sie frühzeitig in die Offensive und bitten Sie den Mobber um ein offenes Gespräch. Wenn das nicht hilft, sollten Sie mit unbeteiligten Kollegen, Freunden, Familie, Selbsthilfegruppen sprechen oder psychologische Beratung suchen. Weiterhin können Sie sich beim Arbeitgeber oder Betriebsrat beschweren. Viele Mobbinghandlungen sind zudem Straftaten, den Sie anzeigen können, u. U. sogar mit Schadensersatz und Schmerzensgeldforderungen. Dieses Wissen sollte Ihnen mehr Sicherheit geben – manchmal kann schon die Androhung einer Anzeige dem Mobbing ein Ende setzen. Genauere Infos bietet der Online-Artikel auf http://www.berufsstrategie.de.
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Definition – Was versteht man unter Mobbing am Arbeitsplatz?
Nach der Definition des Bundesarbeitsgerichts ist Mobbing das systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. Ob und wann aber Mobbing definitiv vorliegt, hängt von der Einschätzung des Einzelfalls ab. Es müssen Handlungen vorliegen, die über das im gesellschaftlichen Umgang allgemein Übliche hinausgehen, und es muss systematisches Handeln mit der Zielrichtung, die Rechte des Betroffenen zu beeinträchtigen, vorliegen. Der Arbeitgeber hat aufgrund seiner Fürsorgepflicht die Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen und muss ihm bekannt gewordene Mobbingfälle unterbinden. Aber auch die Mobbingopfer selbst müssen sich wehren – mit einem klärenden Gespräch, Beschwerden oder sogar einer Anzeige. Mehr Infos finden Sie auf der Website des Instituts für Betriebsräteforschung im Menü unter "Hilfe für Betroffene"!
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Hilfe gegen Mobbing am Arbeitsplatz - So beenden Sie das Mobbing jetzt!
Mobbing macht krank und kostet deutsche Unternehmen jährlich Milliarden. Was aber hilft gegen Mobbing und akute Krisen am Arbeitsplatz? Wie soll man sich verhalten? Der Ratgeber "Hilfe gegen Mobbing am Arbeitsplatz" der Initiative Neue Qualität der Arbeit bietet Betroffenen eine Fülle von hilfreichen Informationen und konkreten Handlungsmöglichkeiten: Welche Möglichkeiten gibt es, den Teufelskreis Mobbing zu durchbrechen? Welche Rechte hat der Betroffene, welche Pflichten der Arbeitgeber? Der Ratgeber bietet nicht nur umfassende Informationen und bewährte Hilfsangebote zum Thema Mobbing, sondern zeigt auch deren praktische Anwendbarkeit.
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Fallbeispiele von Mobbing
Das "Wiki für Gewerkschaftliche Bildungsarbeit" widmet dem Thema Mobbing einen kompletten eigenen Bereich. Hier finden sich auch Fallbeispiele, in denen typische Szenarien durchgespielt werden, unter anderem: "Habe ich etwas falsch gemacht?", "Einfach abgeschoben", "Was willst du denn hier?" und "Außenseiter sind unbeliebt". dabei werden auch mögliche Lösungen aufgezeigt, zum Beispiel die Versetzung in eine andere Abteilung, Vermittlung durch den Betriebsrat sowie Hilfe durch psychologische Beratung. Betreiber der Website ist der "Verband Österreichischer Gewerkschaftlicher Bildung".
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Urteil – Keine Entschädigung für Mobbing am Arbeitsplatz
Mobbing am Arbeitsplatz und seine gesundheitlichen Folgen sind weder als Berufskrankheit noch als Arbeitsunfall von der gesetzlichen Unfallversicherung zu entschädigen. Dies entschied im Dezember 2012 der 3. Senat des Hessischen Landessozialgerichts. Eine Frau aus dem Landkreis Fulda litt unter psychischen Gesundheitsstörungen, die sie auf das Mobbing am Arbeitsplatz zurückführte. Hierfür beantragte sie gegenüber der gesetzlichen Unfallversicherung eine Entschädigung. Die Unfallkasse Hessen lehnte den Antrag ab, da eine Berufskrankheit nicht vorliege. Die Richter beider Instanzen gaben der Unfallkasse Recht. Mobbing und die hierauf beruhenden Gesundheitsbeeinträchtigungen seien keine anerkannte Berufskrankheit. Weitere Infos dazu liefert die Presseinformation des Hessischen Landessozialgerichts zum Urteil.
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Antimobbing-Training für Beschäftigte mit geistiger Behinderung
Das Zentrum für Empirische Pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau hat in Zusammenarbeit mit mehreren europäischen Partnern ein Trainingsprogramm entwickelt, das Menschen mit geistiger Behinderung auf den Umgang mit Mobbing am Arbeitsplatz vorbereitet. Das Projekt mit dem Titel "Let me be ME!" wurde von der EU gefördert. In einer Pilotstudie wurde dieses Training erstmals mit Arbeitnehmern aus unterstützten Beschäftigungsverhältnissen und aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen in Deutschland, Großbritannien, Irland, Spanien und Portugal umgesetzt. Der Praxistest wurde von den Teilnehmenden und einer internationalen Expertengruppe bewertet. Das Ergebnis ist positiv ausgefallen. Die fertige Materialiensammlung steht auf der Projekthomepage www.letmebeme.eu auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch zum Download zur Verfügung.
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Mobbing ist ein Gruppenphänomen
Mobbing ist nach einer Studie der Freien Universität Berlin ein Gruppenphänomen. Wie Jens Eisermann und Elisabetta De Costanzo vom Arbeitsbereich Wirtschafts- und Sozialpsychologie empirisch belegten, beruht die Wahrnehmung von Mobbing nicht allein auf der subjektiven Einschätzung Einzelner; es tritt in betroffenen Abteilungen objektiv gehäuft auf. Entscheidend bei der Entstehung von Mobbing ist der Führungsstil der Vorgesetzten. So trete das Phänomen seltener in Abteilungen auf, in denen sich die Führungskräfte gesprächsbereit zeigten und Mitarbeiter ein Mitspracherecht hätten. Als unerwartet hoch erwies sich die Rate von Depression unter Betroffenen. Ob ein direkter Zusammenhang besteht, sei noch zu erforschen, dennoch sei es ratsam, bei Anzeichen für Mobbing zu klären, ob Betroffene depressiv seien. Der Forschungsbericht kann auf den BAuA-Internetseiten heruntergeladen werden.
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