Gehörschutz: Schalldämmung steigt an

Neue Studie der BGHM zu Kanalfiltern in Otoplastiken

Die akustischen Eigenschaften von Otoplastiken verändern sich im Laufe der Zeit. Dies hat Folgen für die Trageakzeptanz des Gehörschutzes.

Individuell angefertigte Otoplastiken schützen grundsätzlich besser als andere Gehörschützer vor Lärm – das war das Ergebnis einer Langzeitstudie der BGHM. Eine weitere Untersuchung macht nun deutlich, dass die Filterelemente der Otoplastiken häufig verstopfen. Diese werden eingebaut, um den Lärm individuell angepasst zu reduzieren und den Gehörgang ausreichend zu belüften. Der Reinigungsaufwand ist hoch. Die Folge: Akzeptanz und Tragequote von Gehörschutz-Otoplastiken lassen nach. „Jede Verschmutzung erhöht die Schalldämmung der Otoplastiken“, erläutert Rainer Weiß, Leiter der Studie. „Dies erschwert die Kommunikation. Warnsignale und Maschinengeräusche werden nicht mehr so gut wahrgenommen.“

Die Studie, durchgeführt von 2006 bis 2014 bei 135 Beschäftigten aus Mitgliedsbetrieben der BGHM, hat die Auswirkungen von Fertigungstoleranzen der Filterelemente, die Handhabung und die Reinigung auf die Eigenschaften von Gehörschutz-Otoplastiken untersucht.

Das Ergebnis: Mechanische Einwirkungen beim notwendigen Ein- und Ausbau der Elemente, Verunreinigungen während der Nutzung und die Reinigung verändern die akustischen Eigenschaften zum Teil erheblich. Bis 1 Kilohertz wurden deutlich höhere Dämmwerte festgestellt. Die in der Holz- und Metallbranche relevanten SNR- und M-Werte nahmen bis zu 3 dB zu. Der L-Wert, der tiefe Frequenzen umfasst, stieg um 5 dB. Auch bei regelmäßigem Säubern und Reinigen der Otoplastik verringerte sich die Durchlässigkeit der Filterelemente nach einem halben Jahr auf 60 Prozent. Die Schalldämmung stieg also so deutlich, dass der Träger der Otoplastik weniger hörte und mitunter auf diese verzichtete.
Reinigungsstrategien entwickeln.

Fazit: Die Informationen und Hilfsmittel zur Reinigung von Gehörschutz-Otoplastiken reichen noch nicht aus, um Veränderung der akustischen Eigenschaften zu verhindern. Geeignete und umsetzbare Reinigungsstrategien sollten daher weiterentwickelt und von den Otoplastik-Herstellfirmen angeboten werden.

Für eine gleichbleibende Schutzwirkung ist die aktive Mitwirkung der Benutzenden bei der Kontrolle der Funktionsfähigkeit sowie der funktionalen Prüfung der Otoplastiken und der Filterelemente unerlässlich. Doch auch die Arbeitgeber sollten die Maßnahmen unterstützen, um die Schutzwirkung der Gehörschützer sicherzustellen und ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz ihrer Mitarbeiter gerecht zu werden.